Wenn ein Flughafen nicht öffnet

Das Desaster um den Flughafen Berlin-Brandenburg hat nicht nur einige Bau-Firmen in die Pleite getrieben, sondern auch Hotelbetreibern Probleme bereitet.

So hatte die Steigenberger Gruppe eine Edelunterkunft gebaut, um die Millionen Fluggäste zu versorgen, die hier ankommen und abfliegen sollten. Bis heute aber hat kein einziger Tourist eingecheckt und die Hoteliers mussten zwei Jahre lang mit einer Notmannschaft das Hotel vor dem Verfall bewahren. Denn alles war so gut wie fertig, sogar die Betten waren schon bezogen. Die sind dann wieder abgezogen worden. Die Hotelfirma hat eine 20köpfige Betreuungsgruppe ins Hotel einziehen lassen, die Tag und Nacht sicherstellen, dass keine ungebetenen Gäste kommen.

Auf zahlende Gäste wird man aber noch warten müssen: auch fünf Jahre nach Fertigstellung des Hotels ist keine Öffnung des Flughafens in Sicht, neueste Schätzungen sprechen von 2020. Das bedeutet Millionenverluste für die Steigenberger-Gruppe, die keine Einnahmen generieren kann. Auch andere Hotels, die auf den neuen Flughafen gesetzt hatten, versuchen, entweder Gäste von Schönefeld anzulocken, oder haben das Hotel ganz geschlossen und die Verluste abgeschrieben. Wenigstens konnten Teile der Einrichtung im Steigenberger Hotel an anderen Orten, an denen es Neueröffnungen gab, verwendet werden.